Melissa, 16 Jahre. Vom Aschenputtel zur Influencerin.

Bis zu Ihrem 16. Geburtstag hatte Melissa keinen Instagram Account. Sie war in Ihrer Schulklasse deswegen immer häufiger eine Außenseiterin, aber das störte sie nicht.

Dass sie sich einen Tag nach ihrem Geburtstag schließlich doch so ein Instagram-Profil zulegte und diesen ab dem ersten Tag auch aus vollen Rohren befeuerte, hatte einen einzigen Grund: Rache.

Sie wollte es denen heimzahlen, die sie so gedemütigt hatten.

Mehr als 30 Leute aus ihrer Schule hatte sie eingeladen. Mädchen und Jungs, die sie mehr oder weniger für Freunde gehalten hatten. Ihr war zwar klar, dass sie ein bisschen anders war als die anderen. Aber sie hatte nicht damit gerechnet, dass NIEMAND zu ihrer Party kommen würde. Doch dann saß sie da am Samstagabend im Wohnzimmer ihrer Eltern, die extra über das Wochenende weg gefahren waren, damit die jungen Leute in Ruhe feiern konnten. „Melissa, 16 Jahre. Vom Aschenputtel zur Influencerin.“ weiterlesen

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Geschichten aus der PR-Welt: Das Vorstellungsgespräch

Es hat wohl nie jemanden gegeben, der sich besser auf ein Job-Interview vorbereitet hatte als Hugo Bettelbrumm.

Seit zwei Wochen, seitdem er die Einladung zum Gespräch bei der Röhren AG bekommen hatte, inhalierte er Geschichte, Kennzahlen und Personalien dieses Unternehmens.

Noch Nachts um zwei hatte er eingewickelt in eine Wolldecke mit dem iPad auf dem Sofa gesessen und alles über die Röhren AG recherchiert, was das Netz zu bieten hatte.

Er kannte jede Seite des Webauftritts, las Artikel aus Fachmedien. Die Wettbewerber hatte er genau so unter die Lupe genommen, wie die Xing- und LinkedIn Profile der Mitarbeiter. Auf bundesanzeiger.de hatte er sich durch die wirtschaftlichen Kennzahlen gequält, auch wenn er diese kaum verstand.

Er bereitete sich mit seiner Freundin in Rollenspielen auf fiese Fragen vor.

Was ist Ihre größte Schwäche?

„Ihre größte Schwäche, Herr Bettelbrumm?“, fragte Nina mit strengem Gesicht.

„Meine Ungeduld, ich will die Dinge sehr schnell erreichen“, erwiderte Hugo mit einer natürlichen Gelassenheit, die ihn selbst beeindruckte.

„Was würden Sie als Ihre größte Stärke bezeichnen?“, fragte die Freundin weiter.

„Ich lasse mich auch unter Stress nicht aus der Ruhe bringen, bleibe immer cool.“ „Geschichten aus der PR-Welt: Das Vorstellungsgespräch“ weiterlesen

„Wie“ oder „Was“: 1x falsch getwittert und alle halten mich für bescheuert.

Oje, da habe ich mir aber was erlaubt! Einmal unbedacht getwittert – und schon gibt es auf die Finger. Von allen Seiten. Von höchster Stelle.

Aber der Reihe nach.

Am Freitagmittag setzte ich folgenden Tweet ab:

„PR-ler sind für das „Wie“ der Kommunikation zuständig. Nicht aber für das „Was“

Ich fand und finde diese Aussage auf eine schlichte Art trivial: Als PR-Mensch steht man vor gewissen Fakten und über diese redet man. WIE man über diese Fakten redet, das muss man selbst entscheiden. Man schafft diese Fakten aber nicht selbst. Beispiel: Bin ich für einen Gummibärchenhersteller tätig und dieser produziert neuerdings blaue Bärchen, so kann ich mir überlegen, WIE ich über diese blauen Bärchen kommuniziere. Es ist aber nicht Job des Kommunikators, sich darüber Gedanken zu machen, welche Farbe die Bärchen haben sollen (das wäre das WAS). Mithin ist man als PR’ler eher Linguist als Ontologe.

Ich dachte, dass meinem belanglosen Satz kaum widersprochen werden kann

Während der Konstruktion dieses Tweets schwirrte in meinem Hinterkopf noch Punkt 12 von Eric Posners Anti-Twitter-Manifest herum,  welcher da lautet „Aus diesem Grund ist der effektivste Tweet eine schlaue Formulierung eines Standpunktes, der ohnehin schon von der Mehrheit vertreten wird.“ Ich dachte tatsächlich, dass meinem belanglosen Satz kaum widersprochen werden kann.

Ich hatte den Tweet kaum abgesetzt, schon regte sich energischer Widerspruch. NATÜRLICH hätten PR’ler ein Einfluss auf das WAS, wurde mir entgegnet.

Ich dachte noch einmal kurz nach und fand dann: Stimmt auch wieder. Natürlich bestimmt man insoweit über das WAS, als dass man die Themen selbst wählt. Sonst gäbe es ja kein Content Marketing.  „„Wie“ oder „Was“: 1x falsch getwittert und alle halten mich für bescheuert.“ weiterlesen

Endlich wieder Sommerfest! – Noch ein Auszug aus meinem Buch „Über Leben in der PR“

Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber steht bald wieder das Sommerfest an! Ein guter Anlass für einen kleinen Auszug aus meinem Buch:

 

„Same procedure as every year: Segelausflug mit Cool-PR

Auch bei Cool-PR gab es jedes Jahr im Sommer einen Agenturausflug. Office-Managerin Emma wurde von Agenturchef Boris beauftragt, sich ein Ziel zu überlegen. Emma unterbreitete ihm dann alljährlich einige Ideen. Kegeln, Hochseilgarten, Freizeit-Park. So etwas in der Art. Emma ging es nicht besser, als mir bei Prima-PR: Boris fand alle ihre Ideen schlecht. Und schlug schließlich selbst vor, dass wir doch Segeln gehen könnten. Das wurde dann auch gemacht.

Man muss dazu wissen, dass Boris passionierter Segler ist, der am Wochenenden gern auf dem Wasser unterwegs war. Er stammte aus Schleswig-Holstein und bediente sich gern maritimer Vokabeln, wenn er über die Agentur sprach. Er sah sich als Kapitän und uns als die Mannschaft. Gemeinsam segelten wir hart am Wind oder setzten Segel für die Kunden. „Endlich wieder Sommerfest! – Noch ein Auszug aus meinem Buch „Über Leben in der PR““ weiterlesen

Und noch ein Auszug aus meinem Buch „Public Frustration. Über Leben in der PR.“

(….) Viele PR-Menschen mögen sich selbst für „kreativ“, „crisp“ und „edgy“ halten. Das ist das Vokabular, das man sich selbst gern um den Hals hängt. Aber diese Worte sind natürlich bei den Werbern geklaut und haben wenig mit der Realität im Büro einer beliebigen PR-Agentur zu tun. Es sind Normalos, die dort arbeiten.

Die Attraktivität der PR hängt wohl damit zusammen, dass „was mit Medien“ schon immer einen enormen Appeal für Berufseinsteiger hatte. Wer vor 10, 20 Jahren in die Medienbranche wollte, ging entweder in die Werbung oder zu einer Zeitung. Doch heute liegen die Zeitungsverlagen derart am Boden, dass es für angehende Journalisten praktisch unmöglich geworden ist, eine feste Stelle zu akzeptablen Bedingungen zu finden. Das sieht man besonders deutlich in den USA: Dort arbeiten laut einer Studie heute fünfmal so viele Menschen in der PR wie im Journalismus (Quelle: Meedia, 20. August). „Und noch ein Auszug aus meinem Buch „Public Frustration. Über Leben in der PR.““ weiterlesen

Auszug aus meinem Buch „Public Frustration – Über Leben in der PR“

Reklame, Werbung und PR. Und was das alles mit Männern und Frauen zu tun hat.

Es gibt einen schönen Spruch über den Unterschied von Reklame, Werbung und PR:

 

Wenn ein junger Mann ein Mädchen kennenlernt und ihr erzählt,

was für ein großartiger Kerl er ist, so ist das Reklame.

 

Wenn er ihr sagt, wie reizend sie aussieht, so ist das Werbung.

 

Wenn sie sich aber für ihn entscheidet, weil sie von anderen gehört

hat, er sei ein feiner Kerl, so ist das PR.

 

Ich hörte den Spruch zum ersten Mal vor rund 15 Jahren. Klingt cool, dachte ich damals. Ich Student, schlief lange und rauchte zum Frühstück Gauloises Blondes.

Über die PR-Branche hatte ich mir keine Gedanken gemacht. Schon gar nicht hätte ich mir träumen lassen, einmal selbst in der PR zu arbeiten. Aber den Spruch fand ich witzig. Ohne viel über die Branche zu wissen, hielt ich PR fortan für die intelligentere Form der Werbung. Gewissermaßen die nächste Stufe der Evolution.

Mittlerweile habe ich viele Berufsjahre in der PR hinter mir. Den Spruch mit dem jungen Mann und der jungen Dame habe ich hunderte von Malen gehört und gelesen. Meist von PR’lern.

Der Spruch ist überraschend, humorvoll und steckt voller Lebensweisheit. Denn natürlich sind diese „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht-Typen“ zum Fremdschämen. Wissen wir nicht alle, dass es schlauer ist, der Frau zu sagen, dass sie schöne Augen hat? Und wissen wir nicht auch, dass man erst dann so richtig interessant wird, wenn die anderen über einen reden?

Und obwohl der Spruch witzig ist, ist er doch leider vollkommen falsch. Mit der Wirklichkeit der PR, der täglichen Arbeit in Agenturen, hat er nichts zu tun. PR als die intelligentere Werbung – das mag vielleicht in der grauen Theorie eines Lehrbuchs stimmen. Und es überrascht nicht, dass PR‘lern dieser Gedanke gefällt und sie ihn gern weitererzählen. Google den Spruch einfach mal und Du wirst ein Dutzend PR-Agenturen finden, die das Zitat auf ihrer Webseite haben. „Auszug aus meinem Buch „Public Frustration – Über Leben in der PR““ weiterlesen

Wir stehen vor neuen Herausforderungen!

Hallo Leute!

ich höre gelegentlich, dass Leute mein Buch runterladen wollen, es aber  technische Probleme gibt und der Download  daher nicht klappt.

Dazu möchte ich sagen: Wir PR-Menschen kennen keine Probleme, wir kennen nur Herausforderungen. Und eigentlich kennen wir auch keine Herausforderungen mehr, sondern nur noch Challenges. Nach der Ice-Bucket-Challenge und der Mannequin-Challenge, kommt nun also: Die Public-Frustration-Download-Challenge!

Zunächst einmal: Mein Buch gibt es nur als E-Book. Ja, leider nicht auf Papier und schön gedruckt. Das hat Vor- und Nachteile. Vorteil: Es ist viel günstiger als es ein Papierbuch wäre. Und ich bekomme viel mehr ab vom Verkaufspreis als bei einem gedruckten Buch Ca. 60 Prozent, falls es Euch interessiert. Ein weiterer Vorteil: Ihr könnt „Public Frustration“ Sonntagmorgen um 5 Uhr vom Sofa aus kaufen und habt es dann SOFORT zur Verfügung. Außerdem kann man in einem E-Book besser navigieren, finde ich.  „Wir stehen vor neuen Herausforderungen!“ weiterlesen