Wie kontert man einen Angriff? Mit Gelassenheit. Und mit Humor.

ExxonMobil hat einen Negativpreis bekommen. Den Dino des Jahres, verliehen vom Naturschutzbund.

Die Reaktion darauf ist klug: Statt sich wortreich zu entschulden oder beleidigt gar nichts zu sagen, reagiert ExxonMobil auf die einzig richtige Art: Mit einer guten Prise Humor.

Vergessen wir nicht: Es geht weder dem Nabu darum, Exxon zu überzeugen, noch geht es Exxon darum, die Nabu-Leute zu Fracking-Fans zu bekehren. Beide Parteien sind vielmehr auf die Meinung des Publikums aus. Und das Publikum mag es nun einmal gut unterhalten werden. Das mag das Publikum noch lieber, als sich moralisch überlegen zu fühlen.

Und auf einmal sieht der Nabu nur noch sauertöpfisch aus.

Interessante Paralle: Ganz ähnlich hat Harald Martenstein kürzlich Stefan Niggemeier ausgekontert. Niggemeier warf Martenstein in seinem Blog vor, er hätte da etwas mit den Sparschweinen und dem Islam nicht richtig verstanden.

Martenstein reagierte darauf sehr sehr humorvoll. Und hatte die Leser prompt auf seiner Seite, jedenfalls sofern man  die dazu im Netz geäußerten Meinungen als repräsentativ nimmt.

Was lernen wir daraus? Wenn man Pranger steht, nicht in Panik geraten. Nicht versuchen die eigene moralische Untadeligkeit zu beweisen. Was bedeuten schon „gut“ und „böse“? +

Stattdessen tief durchatmen und dann schlagfertig und humorvoll kontern!

PS: Die Idee, die ExxonMobil hatte, ist nicht neu, Klaus Kocks beschreibt in einem Interview auf Spon, wie er mal etwas Ähnliches machte:

SPIEGEL ONLINE: Macht Ihnen Ihre Arbeit eigentlich Spaß?

Kocks: Großen. Ich brauche keine Hobbys, mein Beruf ist mein Hobby. Ich habe zum Beispiel für den Verpackungshersteller Viag für eine Kampagne für Aludosen von einem Naturschutzbund einen Negativ-Preis bekommen, weil sie mich für den größten Öko-Schweinehund des Jahres hielten. Eine wunderbare Geschichte. Die riefen an, ob wir zur Verleihung kommen. Und ich sagte, klar kommen wir da hin. Dann sind wir dort mit 30 geneigten Journalisten aufgefahren. Und haben dem Vorsitzenden der Naturschützer im Austausch „Die Scheuklappen des Jahres“ verliehen. Ich hatte mir aus einem Pferdebedarfsladen Scheuklappen besorgt. Und jetzt kommt der Knüller: Der kriegt das Ding überreicht, und einer der Journalisten ruft: „Aufsetzen! Aufsetzen!“ Und jetzt entsteht folgendes Foto: Ich stehe da mit meinem Preis, einer Art Ökobombe. Das waren vier Aludosen, rot angemalt und eine Uhr drauf. Aber der Chef der Naturschützer trug die Scheuklappen. Der fand das fies. Interventorische PR nennt man so etwas. Das war ein tolles Ding.

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