Ich kündige! Aber wie? Wie man bei einer PR-Agentur den Abgang machen kann

In einer ordentlichen Public-Frustration-Agentur kündigt praktisch jeden Monat einer der Mitarbeiter. Das ist nichts Besonderes. Aber wie kündigt man richtig? Die Amerikanerin Marina Shifrin ist berühmt geworden, indem sie ihren Abschied getanzt und auf Youtube eingestellt hat:

Ich habe im vergangenen Jahr zwei ebenfalls bemerkenswerte Abgänge in meinem unmittelbaren Umfeld erlebt:

Ein hohes Maß an sozialer Intelligenz legte Anna bei ihrer Kündigung an den Tag: Anna war PR-Assistentin und hatte ihren Job gekündigt, um zu einer kleineren Agentur zu wechseln, wo sie ebenfalls den Status einer Assistentin haben würde.

Sie galt in ihrer bisherigen Agentur als Talent und man hätte sie gern behalten.

Annas Kündigung kam daher einem Affront gleich. Denn eine kleinere Agentur, das ging gar nicht. Hätte sie gekündigt um eine gut bezahlte Stelle bei einem großen Unternehmen in verantwortungsvoller Position anzutreten, so hätte man sagen könne: „Schau an, unsere Anna! Wir haben ihr alles beigebracht und nun geht sie ihren Weg.“ Das wäre zwar auch ein Verlust gewesen. Aber einer, bei dem die Agentur das Gesicht gewahrt hätte.

Aber so hieß es einfach, dass ihr der Job nicht gefiel.

Und offenbar auch schon seit längerem nicht mehr gefallen hatte – obgleich sie gut ins Team integriert war und immer ausgestrahlt hatte, dass sie ihren Arbeitsplatz cool fand. Im Nachhinein erschien das nun als Schauspielerei. Und warf so die Frage auf, wie ernst es die anderen Kollegen in der Agentur eigentlich meinten, wenn sie betonten, wie gut es ihnen gefiel….?!

Anna aber stellte sich geschickt an und sagte, sie fände es ja ganz toll bei bei uns, müsse aber einfach mal etwas Neues ausprobieren. Auch wenn ihr das wahnsinnig schwer fiele, weil die Aufgaben doch so spannend seien und das Team so toll war.

Das glaubte zwar niemand. Aber die Fassade blieb gewahrt. Und entsprechend wurde ihr Abschied auch groß zelebriert. Mit Kuchen, Prosecco und warmen Dankesworten.

Ein Abschied ganz anderer Art war der von Michael: Immerhin einer der Geschäftsführer derAgentur. Er hatte bei Dienstantritt große Pläne gehabt, wollte Kunden gewinnen und wachsen, wachsen, wachsen. Sein Erfolg nach 2 Jahren am Ruder blieb jedoch überschaubar. Die Agentur hatte unter ihm kaum neuen Kunden gewonnen. Insgesamt war die Zahl der Mitarbeiter konstant geblieben. Und es war ein offenes Geheimnis, dass mittlerweile niemand der übrigen Geschäftsführer seinen Kurs unterstützte; hinterrücks wurde viel über ihn gelästert.

Eines Tages kam die Nachricht, dass Michael die Agentur verlassen würde. Eine Sensation!

Aber während die Assistentin Anna es geschafft hatte, bis zum Schluss die Fassade aufrecht zu erhalten und so zu tun, als die Agentur ein großartiger Arbeitgeber, den sie nur allerschwersten Herzens verließ – bemühte Michael sich nicht mehr um irgendwelche Fassaden. Während Anna persönlich durch die Agentur gegangen war, um ihr Ausscheiden mit traurigem Gesicht bekannt zu geben, wurde Michaels Ausscheiden nicht einmal von ihm persönlich verkündet. Sondern in seiner Abwesenheit durch andere Geschäftsführer. Betont beiläufig bei einem Meeting. Und das war’s dann, weiter wurde nicht mehr darüber geredet.

So unterschiedlich kann man seinen Abschied gestalten!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s