Typische Typen in der PR, Teil 3:Tanja Bäumler, Junior-Beraterin.

Das Leben ist großartig! Das war Tanjas feste Überzeugung, als sie in Hildesheim Kulturwissenschaften studierte. WG-Leben, spontane Küchen-Parties, Film für die Abschlussarbeit drehen. Die erste eigene Webseite für einen Klamottentauschzirkel erstellt, bei PETA aktiv gewesen und Impro-Theater-Abende organisiert. Tolle Freunde und einen tollen Freund. Das passte alles zu ihr, das war ganz sie selbst. Sie dachte, dass es immer so weiter geht.

 

Heute, fünf Jahre später, ist wenig von ihrer Begeisterung fürs Leben übrig. Tanja arbeitet in Berlin Mitte in einer großen PR-Agentur. Berlin! Das fand sie so geil, als sie damals umzog. Natürlich wollte sie nach dem Studium raus aus Hildesheim, rein in eine große Stadt. Aber dass es dann gleich in Berlin geklappt hat, das war einfach nur cool.

 

Der Chef der Agentur hatte das Vorstellungsgespräch an einem Sonntag mit ihr geführt. Sie fühlte sich davon irgendwie geschmeichelt. Es ging ja nur um ein Volontariat und trotzdem nimmt sich der Chef (!) am Sonntag (!!) Zeit dafür! Das musste jetzt wohl das Business Leben sein. 24/7, der Puls der Großstadt. Was ihr gut passte, denn schließlich hatte sie vorher am Wochenende auch nicht die Beine hochgelegt, sondern war immer unterwegs.

Ihr wichtigster Kunde stellt Batterien her. Für diesen Kunden arbeitet sie, seitdem sie in der Agentur ist. Als erstes lernte sie damals, dass Unternehmen statt von „Umweltschutz“ lieber von „Nachhaltigkeit“ sprechen. Das kam ihr ein wenig gekünstelt vor, aber das Thema war natürlich genau ihr Ding. Warum mit Wörtern hadern?

Batterien fand sie zwar viel zu technisch und von dem Hersteller hatte sie auch noch nie gehört. Aber der Kunde gefiel ihr dennoch. Denn ihre Aufgabe war es, PR für die Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu machen. Am Anfang waren das unspektakuläre Interviews und Artikel mit der Fachpresse. Aber mittlerweile gestaltet sie eine große Kampagne, bei der für Recycling von Batterien geworben wird. Wobei „große Kampagne“ bedeutet, dass ein paar Infomobile über die Marktplätze der Republik tingeln. „Groß“ ist die Kampagne vor allem im Maßstab des Kunden, der sich damit auf ganz neues Terrain vorwagt.

Tanja versucht dieses Thema an die Lokalpresse zu verkaufen. Schreibt Pressemitteilungen, ruft an, vereinbart Gewinnspiele, bucht Fotografen für das Infomobil, um die Fotos dann auf die Webseite zu stellen.

Wie es mit Tanja weitergeht, kannst Du hier in meinem Buch weiter lesen:

https://www.amazon.de/Public-Frustration-%C3%9Cber-Leben-PR-ebook/dp/B01MXQY9KF/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1480246761&sr=8-1&keywords=Public+Frustration

 

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