Der Weihnachtsfeier zweiter Teil

Und so geht es weiter mit der Weihnachtsfeier. Falls Du den ersten Teil nicht kennst, hier ist er.

Da kommt schon der Bus vorgefahren, alle steigen ein, und es geht nach ….. Ja, wirklich, es geht nach XXX!

XXX ist einer der Stadtteile Münchens, der sich bislang erfolgreich allen Gentrifizierungs-Bemühungen widersetzt hat. Keiner der PR-Leute kann sich erinnern, schon mal dort gewesen zu sein.

„Wir nehmen einen geilen Song auf“

Karl-Uwe steht vorne im Bus, hat ein Mikro in der Hand und sagt von einem Ohr bis zum anderen grinsend: „Keine Angst, Ihr müsst in XXXXX nicht durch die Straßen gehen und wir wollen dort auch nicht übernachten. Stattdessen gehen wir dort in ein Tonstudio und nehmen einen richtig geilen Song auf!“

Karl-Uwe fängt eine Melodie zu summen. „Die Musik für den Song gibt es schon. Was Ihr noch machen dürft: Den Text schreiben! Korrekt, wir produzieren heute unseren eigenen geilen Agentur Song!“

Die spontane Reaktion auf den Sitzen:

Keiner klatscht. Keiner lacht. Keiner sagt irgendetwas. Schockstarre. Man war davon ausgegangen, dass man irgendwie bespaßt wir und sich zumindest zurücklehnen könnte heute Abend. Aber da hatten Karl-Uwe und Chlothilde offenbar andere Gedanken gehabt.

30 Minuten später, nach kurviger Fahrt, kommt der Bus endlich vor dem Tonstudio zum stehen. Keine Minute zu früh, denn Praktikantin Tanja hätte sich sonst gleich übergeben.

Idiotische Unternehmensverstaltungen statt amerikanischer Stars

Die Mannschaft steigt aus, betritt das Studio. Der Betreiber hatte bei Gründung von Newcomer Bands oder von etablierten amerikanischen Stars geträumt.

Stattdessen muss er sich jetzt mit solch idiotischen Unternehmens-Veranstaltungen über Wasser halten. Die sind auch alle gleich, diese Typen. Dachte er bisher immer. Aber jetzt stellt er fest: Die heute sind ja besonders bescheuert. Besonders dieser laute, schmerbäuchige Chef, der sich gönnerhaft mit „Kannst mich Karl nennen“ vorstellt. Der macht einen auf Stromberg, als hätte er nicht kapiert, dass die Sendung eine Satire ist.

Den dritten und letzten Teil liest du hier.

Mehr PR Geschichten gibt es in meinem Buch Public Frustration. Über Leben in der PR.

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