Und noch ein Auszug aus meinem Buch „Public Frustration. Über Leben in der PR.“

(….) Viele PR-Menschen mögen sich selbst für „kreativ“, „crisp“ und „edgy“ halten. Das ist das Vokabular, das man sich selbst gern um den Hals hängt. Aber diese Worte sind natürlich bei den Werbern geklaut und haben wenig mit der Realität im Büro einer beliebigen PR-Agentur zu tun. Es sind Normalos, die dort arbeiten.

Die Attraktivität der PR hängt wohl damit zusammen, dass „was mit Medien“ schon immer einen enormen Appeal für Berufseinsteiger hatte. Wer vor 10, 20 Jahren in die Medienbranche wollte, ging entweder in die Werbung oder zu einer Zeitung. Doch heute liegen die Zeitungsverlagen derart am Boden, dass es für angehende Journalisten praktisch unmöglich geworden ist, eine feste Stelle zu akzeptablen Bedingungen zu finden. Das sieht man besonders deutlich in den USA: Dort arbeiten laut einer Studie heute fünfmal so viele Menschen in der PR wie im Journalismus (Quelle: Meedia, 20. August).

In Deutschland ist das Verhältnis zwar noch nicht ganz so dramatisch. Aber auch hierzulande kommt mittlerweile auf einen Journalisten ein PR-Mitarbeiter. (Quelle: Deutschlandradio Kultur).

Und nicht nur für Berufsanfänger ist der Journalismus unattraktiv geworden. Auch gestandene Journalisten verlassen ihre Schreibtische. Mal mehr, mal weniger freiwillig. Die PR dient als Auffangbecken für Journalisten, die natürlich gut wissen wie man eine Story an die Medien verkauft.

Der Werbung geht es zwar noch nicht so schlecht wie dem Journalismus. Aber die Krise des Journalismus zieht auch die Werbung mit runter, weil die Anzeigengelder umverteilt werden. Der Lack der schillernden Werbe-Branche ist jedenfalls längst ab. In den 90er Jahren bedeutete Arbeit in der Werbung noch Hard Work, Hard Play. Man arbeitete bis zum Umfallen, ging danach aber eben auch gemeinsam kräftig feiern. Heute ist die Arbeit in einer Werbeagentur viel geschäftsmäßiger geworden. Die Etats sind härter umkämpft als je zuvor. Das schlägt sich auf die Laune nieder. Hard Work, No Play ist angesagt.

PR wirkt da wie eine interessante Alternative. Zumal man das Fach mittlerweile auch an vielen Hochschulen studieren kann. Das ist natürlich ein Ritterschlag.

Berufsanfänger denken, PR sei wie Werbung, nur etwas moderner, schlauer und mit besseren Verdienstmöglichkeiten. Dummerweise werden die Erwartungen der Berufsanfänger in der PR meist gründlich enttäuscht. Es ist also Zeit, aufzuschreiben, warum so viele Angestellte in der PR unzufrieden sind mit ihrem Job. Warum geht die Arbeit in Public Relations für so viele Angestellte einher mit dem Gefühl der Public Frustration?

Weiter geht es in meinem Buch „Public Frustration. Über Leben in der PR“ Als E-Book für nur 3,99 Euro

 

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