Endlich wieder Sommerfest! – Noch ein Auszug aus meinem Buch „Über Leben in der PR“

Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber steht bald wieder das Sommerfest an! Ein guter Anlass für einen kleinen Auszug aus meinem Buch:

 

„Same procedure as every year: Segelausflug mit Cool-PR

Auch bei Cool-PR gab es jedes Jahr im Sommer einen Agenturausflug. Office-Managerin Emma wurde von Agenturchef Boris beauftragt, sich ein Ziel zu überlegen. Emma unterbreitete ihm dann alljährlich einige Ideen. Kegeln, Hochseilgarten, Freizeit-Park. So etwas in der Art. Emma ging es nicht besser, als mir bei Prima-PR: Boris fand alle ihre Ideen schlecht. Und schlug schließlich selbst vor, dass wir doch Segeln gehen könnten. Das wurde dann auch gemacht.

Man muss dazu wissen, dass Boris passionierter Segler ist, der am Wochenenden gern auf dem Wasser unterwegs war. Er stammte aus Schleswig-Holstein und bediente sich gern maritimer Vokabeln, wenn er über die Agentur sprach. Er sah sich als Kapitän und uns als die Mannschaft. Gemeinsam segelten wir hart am Wind oder setzten Segel für die Kunden. „Endlich wieder Sommerfest! – Noch ein Auszug aus meinem Buch „Über Leben in der PR““ weiterlesen

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Und noch ein Auszug aus meinem Buch „Public Frustration. Über Leben in der PR.“

(….) Viele PR-Menschen mögen sich selbst für „kreativ“, „crisp“ und „edgy“ halten. Das ist das Vokabular, das man sich selbst gern um den Hals hängt. Aber diese Worte sind natürlich bei den Werbern geklaut und haben wenig mit der Realität im Büro einer beliebigen PR-Agentur zu tun. Es sind Normalos, die dort arbeiten.

Die Attraktivität der PR hängt wohl damit zusammen, dass „was mit Medien“ schon immer einen enormen Appeal für Berufseinsteiger hatte. Wer vor 10, 20 Jahren in die Medienbranche wollte, ging entweder in die Werbung oder zu einer Zeitung. Doch heute liegen die Zeitungsverlagen derart am Boden, dass es für angehende Journalisten praktisch unmöglich geworden ist, eine feste Stelle zu akzeptablen Bedingungen zu finden. Das sieht man besonders deutlich in den USA: Dort arbeiten laut einer Studie heute fünfmal so viele Menschen in der PR wie im Journalismus (Quelle: Meedia, 20. August). „Und noch ein Auszug aus meinem Buch „Public Frustration. Über Leben in der PR.““ weiterlesen

Das Hinterhertelefonieren stirbt nicht aus

Auszug aus meinem Buch

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(….) Oft sind die vermeintlichen „PR-Profis“ auch damit beschäftigt, ihren Pressemitteilungen hinterher zu telefonieren. Dieses „Hinterhertelefonieren“ scheint als Praxis der PR einfach nicht auszusterben. Noch immer ist es Usus, dass eine verhältnismäßig belanglose Meldung an einen Verteiler von 300 Adressen verschickt wird.

Meist geht es in der Meldung um ein neues Produkt, für das man normalerweise eine Anzeige schalten müsste. Aber viele Unternehmen denken sich wohl: Wir versuchen das erst mal über unsere PR-Agentur. Das kostet weniger, als Werbung.

Zwei Wochen, nachdem die Meldung verschickt wurde, wird in der Agentur ein Praktikant oder Volontär darauf angesetzt, der Meldung „nachzufassen“.

Das heißt, er oder sie telefoniert die gesamte Adressliste ab um zu fragen:

„Ich habe Ihnen vergangene Woche eine Pressemeldung gemailt; haben Sie diese bekommen?“

Natürlich sind Journalisten von solchen Anrufen nur genervt. Das sagt einem zum einen der gesunde Menschenverstand, zum anderen kann man es aber auch in dem Buch Erfolgreich Kommunizieren. Interviews mit Journalisten nachlesen. Das Buch versammelt 17 Interviews mit Journalisten, in denen es um die Zusammenarbeit mit PR-Agenturen geht.

Keiner der Journalisten sagt, dass in Agenturen professionell gearbeitet würde und er gern mit ihnen kooperiert. Aber viele der interviewten Journalisten beklagen die sinnlosen Anrufe aus Agenturen, in denen gefragt wird, ob eine Mail angekommen sei.

Ein Freund von mir, der früher bei der dpa arbeitete, erzählte mir, dass auch er solchen Anrufen ausgesetzt sei. Er pflegte dann immer zu sagen: „Wenn Sie die Mail richtig adressiert haben, ist sie auch angekommen. War dann aber wohl nicht interessant.“

Mit Professionalität hat dieses täglich eingesetzte PR-Instrument des „Nachfassens“ nicht das Geringste zu tun. Das ist zum einen ein Indiz dafür, dass PR‘ler die Arbeitsweise von Journalisten häufig eben nicht kennen. Vielleicht kennen sie sie aber doch und das Hinterhertelefonieren ist einfach Ausdruck der Verzweiflung: Da hat man mühsam eine Pressemeldung über die neue Rhabarber-Limonen-Brause erstellt, abgestimmt und verschickt. Und dann hat keiner über das Produkt berichtet. Was kann da schief gelaufen sein? Besser mal anrufen, denken sich die Agenturmenschen dann. „Das Hinterhertelefonieren stirbt nicht aus“ weiterlesen

Typische Typen der PR-Branche: Albert Jahn, Kommunikationschef im Unternehmen

Albert Jahn ist Leiter der Unternehmenskommunikation bei einem mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg. Das Unternehmen ist Zulieferer für die Automobilindustrie und zwar ein sehr erfolgreicher.

Bei den meisten Unternehmen hätte Jahn auf seiner Visitenkarte eine englische Jobbezeichnung – „Head of Communications and Brand“ zum Beispiel. Aber in diesem Unternehmen ist man bodenständig und verweigert sich albernen englischen Berufsbezeichnungen. Eine Sekretärin ist hier noch einen Sekretärin und keine „Office-Managerin“. Der Geschäftsführer ist ein Geschäftsführer und kein „CEO“. Und Herr Jahn ist eben „Leiter der Unternehmenskommunikation“.

Herr Jahn legt Wert darauf, dass er nicht lediglich Pressesprecher ist – die Kollegen nennen ihn leider immer wieder so. Dabei hat er viel mehr Aufgaben, als nur die Presse zu betreuen. Zum Glück, denn Journalisten haben ohnehin kaum Interesse an dem Unternehmen.

Er leitet ein Team von vier Mitarbeitern und zusammen verantworten sie – neben der Pressearbeit – den Geschäftsbericht, das Kundenmagazin, das Internet, die interne Kommunikation und die allermeisten Drucksachen. Natürlich haben sie für all diese Aufgaben Agenturen, so dass die Aufgabe von Herrn Jahn vor allem im „Managen“ und in der „Qualitätssicherung“ liegt.

Herr Jahn hält sich selbst für einen recht ordentlichen Manager. Er hat viele Bücher zum Thema Führung und Unternehmensorganisation gelesen. Er will ein Leader sein und nicht einfach nur Aufgaben delegieren. Er arbeitet sehr strukturiert, wobei er immer noch überlegt, wie er noch effizienter arbeiten kann.

Früher hat er selbst viele PR-Texte geschrieben. Aber als er sich auf der Karriereleiter nach oben arbeitete, wurde ihm klar, dass hübsche Texte keine Lorbeeren bringen. Auf dem oberen Level ist schnelles Entscheiden gefragt und das Erfüllen von Zielvereinbarungen. Die Mitarbeiter müssen an die kurze Leine gelegt werden.

Texte lässt er jetzt andere Schreiben. Er hat aber einen genauen Blick dafür, wenn ihm jemand lieblos heruntergetipptes Zeilenfutter unterjubeln will. Er verlangt gut recherchierte und angenehm zu lesende Texte. Natürlich durften die Texte nicht kritisch sein, nicht einmal im Ansatz. Er pflegte zu sagen „Die Presse versucht zu polarisieren; wir dagegen wollen integrieren.“ Das fand er schlau.

In seiner Abteilung ist Jahn der Boss, darauf legt er Wert. Er weiß, dass er nicht beliebt ist. Weder bei seiner Sekretärin Frau Kimmich, noch bei seiner Stellvertreterin Frau Geisler. Der Onlineredakteur der Abteilung verachtet ihn, weil Jahn keine Ahnung von Content Management Systemen oder von User Experience hat, aber trotzdem immer reinquatscht, wenn es um den Webseitenaufbau geht. Auch der Volontär meint, er könne es alles besser. Aber das ist Albert Jahn betont egal. Er will nicht gemocht werden. Er will Respekt. Und zwar für sein entschlossenes Auftreten und seine professionelle Arbeit.

Niemand in der Abteilung würde offen gegen Jahn rebellieren. Man begnügt sich mit Lästereien. Das reicht, um Dampf abzulassen. Denn sie wissen, dass es ihnen hier allen gut geht. Man macht pünktlich Feierabend, das ausführliche Zeitunglesen am Morgen gehört zum Job. Außerdem kommen Einladungen für Medien-Events in Stuttgart, zu denen alle gern gehen, um die Gratisdrinks in sich hineinzugießen – sofern der Chef sein Kommen nicht ebenfalls angekündigt hat.

Weiter geht es in meinem E-Book „Public Frustration“ für 3,99

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Volker Beck und was man von ihm über Krisen-PR lernen kann

Im aktuellen SZ-Magazin gibt es ein sehr lesenswertes Stück über Volker Beck und die Folgen seines Crystal-Meth-Vorfalls. Ergebnis, ein Jahr danach: Es hat ihm politisch nicht geschadet, weil er genau richtig damit umgegangen ist.

„Es ist ein Phänomen der politischen Krisen-PR, dass sich die Dinge am schnellsten beruhigen, wenn man sich nicht rührt, bis sich die Empörung gelegt hat – und sich dann uneingeschränkt entschuldigt, ohne aber auszuführen, wofür eigentlich“

 

„Volker Beck und was man von ihm über Krisen-PR lernen kann“ weiterlesen

Jetzt als E-Book: Public Frustration. Über Leben in der PR.

Was geht ab in PR-Agenturen? Nicht das, was Sie denken! Jedenfalls nicht, wenn Sie schlaue Strategen, netzwerkende Einflüsterer oder gerissene Manipulatoren der öffentlichen Meinung erwarten. Die Wahrheit ist viel grausamer und schockierend bis ins Mark!
Tauchen Sie ein in die Welt der ehrgeizigen Praktikantin Annika, der schöngeistigen Art-Directorin Clara-Maria, des ausgebrannten Senior-Beraters Matze oder des größenwahnsinnigen Agenturchefs Frank. Tauchen Sie ein in die Welt der Public Frustration!!!!!!

Das Buch gibt es hier bei Amazon:

https://www.amazon.de/dp/B01MXQY9KF/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1480195526&sr=8-1&keywords=Public+Frustration

 

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Eine kleine autobiografische Notiz zu Kundenmeetings

Aus dem Kapitel zu Kundenmeetings aus meinem Buch Public Frustration (welches in Kürze als E-Book erscheinen wird):

…. An dieser Stelle eine kleine autobiografische Notiz zu Kundenmeetings und der von den Chefs dabei gern verbreiteten Aufbruchsstimmung:

Ich selbst wurde mehrfach als „der neue starke Mann“ präsentiert. Dreimal fing ich einen neuen Job in einer Agentur an. Und jedes Mal wurde gegenüber den verschiedenen Kunden der Agentur gegenüber große Aufbruchsstimmung verbreitet: „Herr Janssen ist da, endlich geht’s los!“ Diese Scharade war natürlich schon mit allen meinen Vorgängern aufgeführt worden. Die Kunden nahmen es stoisch hin. „Eine kleine autobiografische Notiz zu Kundenmeetings“ weiterlesen