Auszug aus meinem Buch „Public Frustration – Über Leben in der PR“

Reklame, Werbung und PR. Und was das alles mit Männern und Frauen zu tun hat.

Es gibt einen schönen Spruch über den Unterschied von Reklame, Werbung und PR:

 

Wenn ein junger Mann ein Mädchen kennenlernt und ihr erzählt,

was für ein großartiger Kerl er ist, so ist das Reklame.

 

Wenn er ihr sagt, wie reizend sie aussieht, so ist das Werbung.

 

Wenn sie sich aber für ihn entscheidet, weil sie von anderen gehört

hat, er sei ein feiner Kerl, so ist das PR.

 

Ich hörte den Spruch zum ersten Mal vor rund 15 Jahren. Klingt cool, dachte ich damals. Ich Student, schlief lange und rauchte zum Frühstück Gauloises Blondes.

Über die PR-Branche hatte ich mir keine Gedanken gemacht. Schon gar nicht hätte ich mir träumen lassen, einmal selbst in der PR zu arbeiten. Aber den Spruch fand ich witzig. Ohne viel über die Branche zu wissen, hielt ich PR fortan für die intelligentere Form der Werbung. Gewissermaßen die nächste Stufe der Evolution.

Mittlerweile habe ich viele Berufsjahre in der PR hinter mir. Den Spruch mit dem jungen Mann und der jungen Dame habe ich hunderte von Malen gehört und gelesen. Meist von PR’lern.

Der Spruch ist überraschend, humorvoll und steckt voller Lebensweisheit. Denn natürlich sind diese „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht-Typen“ zum Fremdschämen. Wissen wir nicht alle, dass es schlauer ist, der Frau zu sagen, dass sie schöne Augen hat? Und wissen wir nicht auch, dass man erst dann so richtig interessant wird, wenn die anderen über einen reden?

Und obwohl der Spruch witzig ist, ist er doch leider vollkommen falsch. Mit der Wirklichkeit der PR, der täglichen Arbeit in Agenturen, hat er nichts zu tun. PR als die intelligentere Werbung – das mag vielleicht in der grauen Theorie eines Lehrbuchs stimmen. Und es überrascht nicht, dass PR‘lern dieser Gedanke gefällt und sie ihn gern weitererzählen. Google den Spruch einfach mal und Du wirst ein Dutzend PR-Agenturen finden, die das Zitat auf ihrer Webseite haben. „Auszug aus meinem Buch „Public Frustration – Über Leben in der PR““ weiterlesen

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Wir stehen vor neuen Herausforderungen!

Hallo Leute!

ich höre gelegentlich, dass Leute mein Buch runterladen wollen, es aber  technische Probleme gibt und der Download  daher nicht klappt.

Dazu möchte ich sagen: Wir PR-Menschen kennen keine Probleme, wir kennen nur Herausforderungen. Und eigentlich kennen wir auch keine Herausforderungen mehr, sondern nur noch Challenges. Nach der Ice-Bucket-Challenge und der Mannequin-Challenge, kommt nun also: Die Public-Frustration-Download-Challenge!

Zunächst einmal: Mein Buch gibt es nur als E-Book. Ja, leider nicht auf Papier und schön gedruckt. Das hat Vor- und Nachteile. Vorteil: Es ist viel günstiger als es ein Papierbuch wäre. Und ich bekomme viel mehr ab vom Verkaufspreis als bei einem gedruckten Buch Ca. 60 Prozent, falls es Euch interessiert. Ein weiterer Vorteil: Ihr könnt „Public Frustration“ Sonntagmorgen um 5 Uhr vom Sofa aus kaufen und habt es dann SOFORT zur Verfügung. Außerdem kann man in einem E-Book besser navigieren, finde ich.  „Wir stehen vor neuen Herausforderungen!“ weiterlesen

Typische Typen der PR-Branche: Albert Jahn, Kommunikationschef im Unternehmen

Albert Jahn ist Leiter der Unternehmenskommunikation bei einem mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg. Das Unternehmen ist Zulieferer für die Automobilindustrie und zwar ein sehr erfolgreicher.

Bei den meisten Unternehmen hätte Jahn auf seiner Visitenkarte eine englische Jobbezeichnung – „Head of Communications and Brand“ zum Beispiel. Aber in diesem Unternehmen ist man bodenständig und verweigert sich albernen englischen Berufsbezeichnungen. Eine Sekretärin ist hier noch einen Sekretärin und keine „Office-Managerin“. Der Geschäftsführer ist ein Geschäftsführer und kein „CEO“. Und Herr Jahn ist eben „Leiter der Unternehmenskommunikation“.

Herr Jahn legt Wert darauf, dass er nicht lediglich Pressesprecher ist – die Kollegen nennen ihn leider immer wieder so. Dabei hat er viel mehr Aufgaben, als nur die Presse zu betreuen. Zum Glück, denn Journalisten haben ohnehin kaum Interesse an dem Unternehmen.

Er leitet ein Team von vier Mitarbeitern und zusammen verantworten sie – neben der Pressearbeit – den Geschäftsbericht, das Kundenmagazin, das Internet, die interne Kommunikation und die allermeisten Drucksachen. Natürlich haben sie für all diese Aufgaben Agenturen, so dass die Aufgabe von Herrn Jahn vor allem im „Managen“ und in der „Qualitätssicherung“ liegt.

Herr Jahn hält sich selbst für einen recht ordentlichen Manager. Er hat viele Bücher zum Thema Führung und Unternehmensorganisation gelesen. Er will ein Leader sein und nicht einfach nur Aufgaben delegieren. Er arbeitet sehr strukturiert, wobei er immer noch überlegt, wie er noch effizienter arbeiten kann.

Früher hat er selbst viele PR-Texte geschrieben. Aber als er sich auf der Karriereleiter nach oben arbeitete, wurde ihm klar, dass hübsche Texte keine Lorbeeren bringen. Auf dem oberen Level ist schnelles Entscheiden gefragt und das Erfüllen von Zielvereinbarungen. Die Mitarbeiter müssen an die kurze Leine gelegt werden.

Texte lässt er jetzt andere Schreiben. Er hat aber einen genauen Blick dafür, wenn ihm jemand lieblos heruntergetipptes Zeilenfutter unterjubeln will. Er verlangt gut recherchierte und angenehm zu lesende Texte. Natürlich durften die Texte nicht kritisch sein, nicht einmal im Ansatz. Er pflegte zu sagen „Die Presse versucht zu polarisieren; wir dagegen wollen integrieren.“ Das fand er schlau.

In seiner Abteilung ist Jahn der Boss, darauf legt er Wert. Er weiß, dass er nicht beliebt ist. Weder bei seiner Sekretärin Frau Kimmich, noch bei seiner Stellvertreterin Frau Geisler. Der Onlineredakteur der Abteilung verachtet ihn, weil Jahn keine Ahnung von Content Management Systemen oder von User Experience hat, aber trotzdem immer reinquatscht, wenn es um den Webseitenaufbau geht. Auch der Volontär meint, er könne es alles besser. Aber das ist Albert Jahn betont egal. Er will nicht gemocht werden. Er will Respekt. Und zwar für sein entschlossenes Auftreten und seine professionelle Arbeit.

Niemand in der Abteilung würde offen gegen Jahn rebellieren. Man begnügt sich mit Lästereien. Das reicht, um Dampf abzulassen. Denn sie wissen, dass es ihnen hier allen gut geht. Man macht pünktlich Feierabend, das ausführliche Zeitunglesen am Morgen gehört zum Job. Außerdem kommen Einladungen für Medien-Events in Stuttgart, zu denen alle gern gehen, um die Gratisdrinks in sich hineinzugießen – sofern der Chef sein Kommen nicht ebenfalls angekündigt hat.

Weiter geht es in meinem E-Book „Public Frustration“ für 3,99

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Wie man herausfindet, ob eine PR-Agentur etwas taugt und ob man für sie arbeiten sollte.

Angenommen Du bist gerade auf Jobsuche und siehst die Stellenanzeige einer PR-Agentur. Wovon machst Du abhängig, ob Du dich dort bewirbst? Es gibt da eine sehr aufschlussreiche Webseite – die die wenigsten kennen.

Sicher wirst du dir als erstes die Webseite der Agentur ansehen und dir dann von den Kunden einen Eindruck verschaffen. Dann wirst du dir sicher noch durchlesen, was bei kununu und anderen Bewertungsplattformen über die Agentur geschrieben wird.

Zum Vorstellungsgespräch eingeladen – und dann?

Wenn du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, bekommst Du natürlich auch einen sehr guten Eindruck von der Agentur. „Wie man herausfindet, ob eine PR-Agentur etwas taugt und ob man für sie arbeiten sollte.“ weiterlesen

Wie sollte man mit negativem Feedback auf kununu umgehen?

Der PR Career Center hat auf Twitter gefragt, wie man mit der Kritik von Ex-Kollegen umgeht, insbesondere auf kununu.

Da ein Tweet von mir Anlass für diesen Aufruf war, will ich mich natürlich auch gern selbst dazu äußern. Die Frage ist ja interessant.

Mir war auf kununu eine Bewertung zu einer Agentur aufgefallen. Und zwar weniger, weil die Bewertung so negativ ist. Das kommt auf kununu häufiger mal vor. Ungewöhnlich fand ich vielmehr die sehr ausführliche und detaillierte Antwort der beiden Geschäftsführer. Eine ausführliche Antwort könnte man auf den ersten Blick gut finden. Ich fand sie jedoch suboptimal und das nicht nur, weil der Ton unsouverän und gereizt klingt.

Vielmehr störte mich, dass die Verfasser offenbar eine Grundregel der erfolgreichen Unternehmenskommunikation nicht kennen: Und zwar die, dass man sich  von seinem Gegenüber niemals die Regeln und die Inhalte der Diskussion vorgeben lassen sollte. Schon gar nicht, wenn man angegriffen wird.

In Fall der kununu Bewertung ist es für Außenstehende unmöglich zu entscheiden, ob es in der Agentur zum Beispiel wirklich ständig frauenfeindliche Sprüche gibt. Es steht Aussage gegen Aussage. Und als neutraler Beobachter wird man sich im Zweifel eher auf die Seite des David schlagen, als auf die des Goliath (also auf die Seite des Mitarbeiters).

Was sie hätten besser machen können? Sie hätten sich erst gar nicht von einem anonymen Bewerten vorgeben lassen sollen, worüber sie reden.

Wenn Greenpeace über Grenzwerte redet, dann sollte man als Mineralölunternehmen über Arbeitsplätze reden. Oder: Wenn Ihr Gegenüber in einer Sonntagabend-Talkshow zum Thema Terrorismus über Sicherheit reden will, dann reden Sie eben über Freiheit.

Man sollte den Dialog nicht verweigern, aber man muss sich die Inhalte des Dialogs nicht aufzwingen lassen.

Das kann man sich wunderbar bei Nick Naylor im Film Thank You for Smoking abschauen.

 

 

„Ah – but that’s what I am talking about!“ Nick Naylor redet nicht über Schoko oder Vanille sondern über Freiheit. Und plötzlich sieht sein gegenüber alt aus (auch wenn er erst 12 Jahre alt ist).

Nun kann man ja immer noch sagen: Ja, die sind halt authentisch bei der Agentur. Kann sein. Sie sind authentisch, aber sie sind eben keine besonders gerissenen Kommunikatoren.

Eine andere Sache: Nach dem Feedback der Geschäftsführer kam nur noch eine  weitere Bewertung  und die war noch mieser.Vielleicht haben die Geschäftsführer in ihrer eigenen Bude weniger Rückenwind haben, als sie glauben?

Daher mein Tipp zum Umgang mit kununu Bewertungen: Entweder die Glaubwürdigkeit des Bewerters infrage stellen, indem man zum Beispiel anmerkt, warum er es denn nötig hätte, anonym zu schreiben?!?

Oder sich freundlich bedanken für das Feedback und sagen, es entspräche zwar nicht der eigenen Wahrnehmung und sicher auch nicht der der meisten Mitarbeiter, man wolle aber dennoch daraus lernen und wertschätze auf dieses Feedback ganz außerordentlich.

Und sich in jedem Fall kurz fassen und keine Romane absondern. Langes Gelaber ist immer verdächtig.

So. Und wer es noch genauer wissen will, der kaufe bitte mein Buch. Man kann dann ja eine Bewertung dazu schreiben. Und schauen wie ich damit umgehe.

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Jetzt als E-Book: Public Frustration. Über Leben in der PR.

Was geht ab in PR-Agenturen? Nicht das, was Sie denken! Jedenfalls nicht, wenn Sie schlaue Strategen, netzwerkende Einflüsterer oder gerissene Manipulatoren der öffentlichen Meinung erwarten. Die Wahrheit ist viel grausamer und schockierend bis ins Mark!
Tauchen Sie ein in die Welt der ehrgeizigen Praktikantin Annika, der schöngeistigen Art-Directorin Clara-Maria, des ausgebrannten Senior-Beraters Matze oder des größenwahnsinnigen Agenturchefs Frank. Tauchen Sie ein in die Welt der Public Frustration!!!!!!

Das Buch gibt es hier bei Amazon:

https://www.amazon.de/dp/B01MXQY9KF/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1480195526&sr=8-1&keywords=Public+Frustration

 

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Eine kleine autobiografische Notiz zu Kundenmeetings

Aus dem Kapitel zu Kundenmeetings aus meinem Buch Public Frustration (welches in Kürze als E-Book erscheinen wird):

…. An dieser Stelle eine kleine autobiografische Notiz zu Kundenmeetings und der von den Chefs dabei gern verbreiteten Aufbruchsstimmung:

Ich selbst wurde mehrfach als „der neue starke Mann“ präsentiert. Dreimal fing ich einen neuen Job in einer Agentur an. Und jedes Mal wurde gegenüber den verschiedenen Kunden der Agentur gegenüber große Aufbruchsstimmung verbreitet: „Herr Janssen ist da, endlich geht’s los!“ Diese Scharade war natürlich schon mit allen meinen Vorgängern aufgeführt worden. Die Kunden nahmen es stoisch hin. „Eine kleine autobiografische Notiz zu Kundenmeetings“ weiterlesen