So läuft das Kundenmeeting

Auszug aus meinem Buch – es geht um’s Kundenmeeting:

(….)

Nun kommen die Präsentationen. Daran hatte die Agentur lange gearbeitet, jetzt wird es also richtig ernst.

Die Assistentin knipst den Beamer an und öffnet PowerPoint. Der Geschäftsführer steht auf, stemmt die Arme in die Hüften und beginnt, durch die Folien zu klicken.

Es geht um Messebegleitung, Facebook, Krisen-PR. Die Präsentation hat der Berater gestern noch bis in die späten Abendstunden erstellt und dann seinem Chef gemailt. Der hat sie sich aber erst am Morgen, eine Stunde vor dem Termin, angesehen und dann noch kräftig darin rumgefuhrwerkt. In erster Linie hat er die Präsentation um zahlreiche Versprechungen angereichert. Was wollen wir nicht alles miteinander erreichen! Ein Unternehmen wie Ihres – das muss sich doch auch mal was trauen! Sie müssen doch Leitwolf sein im Markt! Die Leute schauen doch auf Sie! „So läuft das Kundenmeeting“ weiterlesen

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Typische Typen der Public-Frustration-Branche,  Clara-Maria von Allwörden, Art Direktorin

 

Clara-Maria hat kürzlich zehnjähriges Agenturjubiläum gefeiert. Sie hat zu diesem Anlass ein Frühstück am Freitagmorgen ausgegeben und das war richtig nett! Der Chef hielt eine muntere Rede, es gab Blumen und einen 200 Euro Gutschein für Claras Lieblings-Bekleidungsladen. Es war ein milder Frühlingstag.

Und wie es so ist, wenn auf einmal zehn Jahre verstrichen sind, gingen Clara-Maria lauter Sätze à la „Kinder wie die Zeit vergeht“ und „Mir kommt es vor, als wäre es gestern gewesen“ durch den Kopf – von denen sie allerdings keinen laut aussprach.

Insgesamt war die Stimmung bei dem Frühstück endlich mal wieder ehrlich entspannt und freundschaftlich. In der letzten Zeit hatte es Spannungen in der Agentur gegeben, auch Entlassungen. Es war einfach zu viel Arbeit, mit der zu wenig Geld verdient wurde. Aber heute stellte Clara-Maria erleichtert fest, dass sie lauter nette Kollegen hatte. Und ein wenig hielt sie es auch sich selbst zu Gute, dass alle so freundlich waren. Denn das war ein Zeichen dafür, dass sie beliebt war in der Agentur. Mit den Kollegen kam sie gut aus und die Chefs schätzten sie und ihre Arbeit. „Typische Typen der Public-Frustration-Branche,  Clara-Maria von Allwörden, Art Direktorin“ weiterlesen

Wie man herausfindet, ob eine PR-Agentur etwas taugt und ob man für sie arbeiten sollte.

Angenommen Du bist gerade auf Jobsuche und siehst die Stellenanzeige einer PR-Agentur. Wovon machst Du abhängig, ob Du dich dort bewirbst? Es gibt da eine sehr aufschlussreiche Webseite – die die wenigsten kennen.

Sicher wirst du dir als erstes die Webseite der Agentur ansehen und dir dann von den Kunden einen Eindruck verschaffen. Dann wirst du dir sicher noch durchlesen, was bei kununu und anderen Bewertungsplattformen über die Agentur geschrieben wird.

Zum Vorstellungsgespräch eingeladen – und dann?

Wenn du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, bekommst Du natürlich auch einen sehr guten Eindruck von der Agentur. „Wie man herausfindet, ob eine PR-Agentur etwas taugt und ob man für sie arbeiten sollte.“ weiterlesen

Klatsch und Tratsch: So geht es der Mutter aller Public Frustration Agenturen heute

Die PR Branche mag sich selbst für riesengroß halten. In Wahrheit ist die PR-Welt aber klein und überschaubar.

Was schön ist, weil man sich kennt und sich immer wieder trifft.

Ich habe vor ca. zehn Jahren in einer Agentur gearbeitet, die für mich bis heute die Mutter aller Public-Frustration-Agenturen ist: Eine Agentur von  damals 15 Leuten, bequem in der City gelegen. Hätte nett sein können, wäre da nicht der Chef gewesen, der geregeltes Arbeiten unmöglich machte. Bemerkenswert war aber der sehr gute Teamspirit unter den Angestellten. Wir sind oft nach Feierabend noch in der Agentur geblieben, haben im Konfi Bier getrunken und die Grimassen des Chefs imitiert. „Klatsch und Tratsch: So geht es der Mutter aller Public Frustration Agenturen heute“ weiterlesen

Wie sollte man mit negativem Feedback auf kununu umgehen?

Der PR Career Center hat auf Twitter gefragt, wie man mit der Kritik von Ex-Kollegen umgeht, insbesondere auf kununu.

Da ein Tweet von mir Anlass für diesen Aufruf war, will ich mich natürlich auch gern selbst dazu äußern. Die Frage ist ja interessant.

Mir war auf kununu eine Bewertung zu einer Agentur aufgefallen. Und zwar weniger, weil die Bewertung so negativ ist. Das kommt auf kununu häufiger mal vor. Ungewöhnlich fand ich vielmehr die sehr ausführliche und detaillierte Antwort der beiden Geschäftsführer. Eine ausführliche Antwort könnte man auf den ersten Blick gut finden. Ich fand sie jedoch suboptimal und das nicht nur, weil der Ton unsouverän und gereizt klingt.

Vielmehr störte mich, dass die Verfasser offenbar eine Grundregel der erfolgreichen Unternehmenskommunikation nicht kennen: Und zwar die, dass man sich  von seinem Gegenüber niemals die Regeln und die Inhalte der Diskussion vorgeben lassen sollte. Schon gar nicht, wenn man angegriffen wird.

In Fall der kununu Bewertung ist es für Außenstehende unmöglich zu entscheiden, ob es in der Agentur zum Beispiel wirklich ständig frauenfeindliche Sprüche gibt. Es steht Aussage gegen Aussage. Und als neutraler Beobachter wird man sich im Zweifel eher auf die Seite des David schlagen, als auf die des Goliath (also auf die Seite des Mitarbeiters).

Was sie hätten besser machen können? Sie hätten sich erst gar nicht von einem anonymen Bewerten vorgeben lassen sollen, worüber sie reden.

Wenn Greenpeace über Grenzwerte redet, dann sollte man als Mineralölunternehmen über Arbeitsplätze reden. Oder: Wenn Ihr Gegenüber in einer Sonntagabend-Talkshow zum Thema Terrorismus über Sicherheit reden will, dann reden Sie eben über Freiheit.

Man sollte den Dialog nicht verweigern, aber man muss sich die Inhalte des Dialogs nicht aufzwingen lassen.

Das kann man sich wunderbar bei Nick Naylor im Film Thank You for Smoking abschauen.

 

 

„Ah – but that’s what I am talking about!“ Nick Naylor redet nicht über Schoko oder Vanille sondern über Freiheit. Und plötzlich sieht sein gegenüber alt aus (auch wenn er erst 12 Jahre alt ist).

Nun kann man ja immer noch sagen: Ja, die sind halt authentisch bei der Agentur. Kann sein. Sie sind authentisch, aber sie sind eben keine besonders gerissenen Kommunikatoren.

Eine andere Sache: Nach dem Feedback der Geschäftsführer kam nur noch eine  weitere Bewertung  und die war noch mieser.Vielleicht haben die Geschäftsführer in ihrer eigenen Bude weniger Rückenwind haben, als sie glauben?

Daher mein Tipp zum Umgang mit kununu Bewertungen: Entweder die Glaubwürdigkeit des Bewerters infrage stellen, indem man zum Beispiel anmerkt, warum er es denn nötig hätte, anonym zu schreiben?!?

Oder sich freundlich bedanken für das Feedback und sagen, es entspräche zwar nicht der eigenen Wahrnehmung und sicher auch nicht der der meisten Mitarbeiter, man wolle aber dennoch daraus lernen und wertschätze auf dieses Feedback ganz außerordentlich.

Und sich in jedem Fall kurz fassen und keine Romane absondern. Langes Gelaber ist immer verdächtig.

So. Und wer es noch genauer wissen will, der kaufe bitte mein Buch. Man kann dann ja eine Bewertung dazu schreiben. Und schauen wie ich damit umgehe.

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Typische Typen der Public-Frustration-Branche, Teil 5: Frank Kaufmann, Inhaber und Gründer einer PR-Agentur.

Der dritte Golfkrieg fand von März bis Mai 2003 statt. George W. Bush war damals US-Präsident. Die Amerikaner und ihre „Koalition der Willigen“ besiegten die Iraker klar und eindeutig. Die Alliierten hatten zwar weniger Truppen als die Iraker, waren aber aufgrund ihrer High-Tech-Waffen militärisch weit überlegen.

Konnte man angesichts dieser Überlegenheit je am Sieg der Amerikaner zweifeln? Das konnte man in der Tat: Jedenfalls wenn man Muhammad as-Sahhaf hieß und damals „Informationsminister“ Saddam Husseins war..

Muhammad as-Sahhaf trat während des Kriegs regelmäßig vor die Kameras und Mikrofone der internationalen Medien und fabulierte vom bevorstehenden Sieg der irakischen Truppen. Zu den überlieferten, etwas schrägen Zitaten, gehört: „We have destroyed 2 tanks, fighter planes, 2 helicopters and their shovels – We have driven them back.“

Oder: „They’re coming to surrender or be burned in their tanks.“

Und: “There are no American infidels in Baghdad. Never!“ Als er letzteres auf einer Pressekonferenz sagte, hörte man im Hintergrund bereits das feindliche Feuer. „Typische Typen der Public-Frustration-Branche, Teil 5: Frank Kaufmann, Inhaber und Gründer einer PR-Agentur.“ weiterlesen