Du brauchst kein Kindle, um mein Buch zu lesen.

Ich werde immer wieder gefragt, ob man mein bei amazon erschienenes E-Book nur mit dem Kindle lesen kann. Die Antwort lautet: NEIN! Du kannst mein Buch mit praktisch jedem anderen Endgerät lesen. Zum Beispiel mit einem iPad oder iPhone oder mit mit irgendeinem anderen Tablet.

Was du brauchst, ist lediglich die kostenlose kindle App, die Du Dir einfach im App-Store runterladen kannst. Im Übrigen kannst du mein Buch auch auf dem Laptop lesen, dann brauchst du nicht mal eine App.

Also, nur Mut! Mein Buch ist übrigens unterhaltsam und für alle PR-Leute sicher mal eine nette Abwechslung.

Kaufen kann man mein Buch allerdings tatsächlich nur bei amazon. Und zwar hier:

 

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Die Weihnachtsfeier in der PR-Agentur, Teil 3: Der Agentursong

Dies ist der dritte Teil der PR-Weihnachtsgeschichte. Den Anfang findest du hier.

(….) Praktikantin Kira hatte gehofft, dass das Tonstudio wenigstens von Innen etwas her machen würde. Leider wird sie enttäuscht. Die Einrichtung ist angeranzt. Es hängen ein paar Poster von Bands mit Autogrammen an der Wand. Das war es dann aber auch schon mit dem Glamour.

Kira würde trotzdem lieber hier in diesem Studio ein Praktikum machen, als in der PR-Agentur. Nutzloser könnte es auch nicht sein.  Außerdem fällt Kira auf, dass Chef Karl-Uwe sie seit der Busfahrt komisch anschaut und sein Blick mit jedem geleerten Glas komischer wird.

Für einen Moment kommt so etwas wie gute Stimmung auf

Immerhin, es gibt erstmal ein doch ganz ordentliches Buffet! Mit Lachsröllchen, Fleischsalat und kaltem Bier aus grünen Flasche.  Für einen Moment kommt so etwas wie gute Stimmung auf, man lacht, plaudert, stößt an. Geht doch, denkt Juniorin Annika.

Dann meldet sich wieder die Geschäftsleitung zu Wort. Diesmal ist Clothilde dran, während Karl-Uwe noch zufrieden vor seinem vollgeschaufelten Pappteller sitzt.

Clothildes Stimme überschlägt sich fast vor Begeisterung, als sie ruft: „Bevor wir ins Studio können, müsst Ihr Euch noch einen Text für unseren Agentursong ausdenken. Karl-Uwe und ich haben schon ein paar inspirierende Worte für Euch auf dieses Whiteboard geschrieben.“ Und damit deutet sie auf ein Whiteboard, das bislang unbeachtet an der Wand hing. Unter anderem stehen da:

„Zusammenhalt“.  „Für unsere Kunden da“. „Immer vorne weg“. „Herzblut“. „Trallala“.

Bei Annika meldet sich wieder der Würgereiz, den sie im Bus verspürt hatte. Und  Praktikantin Kira überlegt, ob sie vielleicht einfach gehen soll und nie wieder kommt.

Aber sie sind ja Profis und so haben sie binnen 20 Minuten einen dreistrophigen Text geschrieben. „Herzblut“ reimt sich auf „richtig gut“. „Zusammenhalt“ auf „heiß und kalt“. „Für unsere Kunden da“ auf „Trallala“.

Chefin Clothilde rümpft die Nase – und keiner merkt’s

Und „Immer vorne weg“ reimt sich auf „Hat alles keinen Zweck“. Clothilde hat zwar die Nase gerümpft, als die Praktikantin Kira diese Zeile lauthals vorschlug, aber das hat keiner gemerkt, weil alle anderen laut darüber lachen mussten.

Nun gehen sie also ins Studio, und singen mit schrägen Stimmen ein völlig sinnbefreites Lied. Zum Glück reichen drei Takes, dann „ist das Ding im Kasten“ wie der Studiochef mit herabhängenden Mundwinkeln sagt. Der hat auch keine Lust mehr und ist froh, als die diese Bande wieder in den Bus steigt.

Es geht noch in eine ganz schicke Bar im Stadtzentrum. Karl-Uwe will jetzt richtig aufdrehen. Er rückt dicht an Kira ran, will eine Runde Tequila bestellen „weil wir jetzt mal zu den richtigen Drinks kommen müssen“ und erzählt mit leuchtenden Augen etwas von „Body Shots“.

Clothilde geht dazwischen – sowas passt ihr gar nicht. Die jungen Hühner sollen Überstunden machen und nicht ihren Co-Chef zu dazu bringen, sich zum Affen zu machen. Es war schon immer Karl-Uwes größte Stärke oder auch Schwäche, dass ihm nichts, aber auch gar nichts peinlich ist. Im Dialog mit Kunden ist das meist nützlich.  Karl-Uwe schreckt nicht davor zurück, die unsinnigsten Sachen zu versprechen. Aber auf eine Weihnachtsfeier kann Clothilde diese Peinlichkeiten nicht dulden.

Die Agentur zahlt die Getränke – bis Mitternacht

Zu Karl-Uwes Enttäuschung gehen ums Mitternacht auf einmal alle sehr schnell nach Hause. Mitternacht war übrigens auch der Zeitpunkt, bis zu dem die Agentur die Getränke zahlen wollte. Ab jetzt geht es auf den eigenen Deckel. Und weg sind sie. Frechheit. Langweiler.

Einzig Juniorin Annika und Senior-Berater Matze gehen noch in eine Bar. Sie trinken Rotwein, und Annika fängt an zu heulen, weil sie alles so furchtbar findet. Drei Monate später wird sie kündigen ohne einen neuen Job zu haben, aber an diesem Abend hat sie die Schnauze einfach nur voll und den Kopf leer.

Der Song den sie an diesem Abend aufgenommen haben wird – mit Fotos von dem Abend unterlegt – auf die Agentur-Webseite gestellt. Ein paar Monate später verschwindet er wieder von dort. Heute, ein paar Jahre später, ist er in der Agentur nicht mehr auffindbar und wird auch nicht mehr erwähnt.

Im nächsten Jahr findet die Weihnachtsfeier dann übrigens ganz unkompliziert in einer Pizzeria statt. Die Belegschaft der Agentur war schon wieder zu Hälfte ausgetauscht, die Erinnerungen an die Schmach des Vorjahres war verblasst. War dann auch ein ganz netter Abend mit einem entspannten Karl-Uwe.

Mehr Geschichten aus der PR-Welt gibt es hier in meinem E-Book für 3,99 Euro.

 

Melissa, 16 Jahre. Vom Aschenputtel zur Influencerin.

Bis zu Ihrem 16. Geburtstag hatte Melissa keinen Instagram Account. Sie war in Ihrer Schulklasse deswegen immer häufiger eine Außenseiterin, aber das störte sie nicht.

Dass sie sich einen Tag nach ihrem Geburtstag schließlich doch so ein Instagram-Profil zulegte und diesen ab dem ersten Tag auch aus vollen Rohren befeuerte, hatte einen einzigen Grund: Rache.

Sie wollte es denen heimzahlen, die sie so gedemütigt hatten.

Mehr als 30 Leute aus ihrer Schule hatte sie eingeladen. Mädchen und Jungs, die sie mehr oder weniger für Freunde gehalten hatten. Ihr war zwar klar, dass sie ein bisschen anders war als die anderen. Aber sie hatte nicht damit gerechnet, dass NIEMAND zu ihrer Party kommen würde. Doch dann saß sie da am Samstagabend im Wohnzimmer ihrer Eltern, die extra über das Wochenende weg gefahren waren, damit die jungen Leute in Ruhe feiern konnten. „Melissa, 16 Jahre. Vom Aschenputtel zur Influencerin.“ weiterlesen

Geschichten aus der PR-Welt: Das Vorstellungsgespräch

Es hat wohl nie jemanden gegeben, der sich besser auf ein Job-Interview vorbereitet hatte als Hugo Bettelbrumm.

Seit zwei Wochen, seitdem er die Einladung zum Gespräch bei der Röhren AG bekommen hatte, inhalierte er Geschichte, Kennzahlen und Personalien dieses Unternehmens.

Noch Nachts um zwei hatte er eingewickelt in eine Wolldecke mit dem iPad auf dem Sofa gesessen und alles über die Röhren AG recherchiert, was das Netz zu bieten hatte.

Er kannte jede Seite des Webauftritts, las Artikel aus Fachmedien. Die Wettbewerber hatte er genau so unter die Lupe genommen, wie die Xing- und LinkedIn Profile der Mitarbeiter. Auf bundesanzeiger.de hatte er sich durch die wirtschaftlichen Kennzahlen gequält, auch wenn er diese kaum verstand.

Er bereitete sich mit seiner Freundin in Rollenspielen auf fiese Fragen vor.

Was ist Ihre größte Schwäche?

„Ihre größte Schwäche, Herr Bettelbrumm?“, fragte Nina mit strengem Gesicht.

„Meine Ungeduld, ich will die Dinge sehr schnell erreichen“, erwiderte Hugo mit einer natürlichen Gelassenheit, die ihn selbst beeindruckte.

„Was würden Sie als Ihre größte Stärke bezeichnen?“, fragte die Freundin weiter.

„Ich lasse mich auch unter Stress nicht aus der Ruhe bringen, bleibe immer cool.“ „Geschichten aus der PR-Welt: Das Vorstellungsgespräch“ weiterlesen

„Wie“ oder „Was“: 1x falsch getwittert und alle halten mich für bescheuert.

Oje, da habe ich mir aber was erlaubt! Einmal unbedacht getwittert – und schon gibt es auf die Finger. Von allen Seiten. Von höchster Stelle.

Aber der Reihe nach.

Am Freitagmittag setzte ich folgenden Tweet ab:

„PR-ler sind für das „Wie“ der Kommunikation zuständig. Nicht aber für das „Was“

Ich fand und finde diese Aussage auf eine schlichte Art trivial: Als PR-Mensch steht man vor gewissen Fakten und über diese redet man. WIE man über diese Fakten redet, das muss man selbst entscheiden. Man schafft diese Fakten aber nicht selbst. Beispiel: Bin ich für einen Gummibärchenhersteller tätig und dieser produziert neuerdings blaue Bärchen, so kann ich mir überlegen, WIE ich über diese blauen Bärchen kommuniziere. Es ist aber nicht Job des Kommunikators, sich darüber Gedanken zu machen, welche Farbe die Bärchen haben sollen (das wäre das WAS). Mithin ist man als PR’ler eher Linguist als Ontologe.

Ich dachte, dass meinem belanglosen Satz kaum widersprochen werden kann

Während der Konstruktion dieses Tweets schwirrte in meinem Hinterkopf noch Punkt 12 von Eric Posners Anti-Twitter-Manifest herum,  welcher da lautet „Aus diesem Grund ist der effektivste Tweet eine schlaue Formulierung eines Standpunktes, der ohnehin schon von der Mehrheit vertreten wird.“ Ich dachte tatsächlich, dass meinem belanglosen Satz kaum widersprochen werden kann.

Ich hatte den Tweet kaum abgesetzt, schon regte sich energischer Widerspruch. NATÜRLICH hätten PR’ler ein Einfluss auf das WAS, wurde mir entgegnet.

Ich dachte noch einmal kurz nach und fand dann: Stimmt auch wieder. Natürlich bestimmt man insoweit über das WAS, als dass man die Themen selbst wählt. Sonst gäbe es ja kein Content Marketing.  „„Wie“ oder „Was“: 1x falsch getwittert und alle halten mich für bescheuert.“ weiterlesen

Endlich wieder Sommerfest! – Noch ein Auszug aus meinem Buch „Über Leben in der PR“

Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber steht bald wieder das Sommerfest an! Ein guter Anlass für einen kleinen Auszug aus meinem Buch:

 

„Same procedure as every year: Segelausflug mit Cool-PR

Auch bei Cool-PR gab es jedes Jahr im Sommer einen Agenturausflug. Office-Managerin Emma wurde von Agenturchef Boris beauftragt, sich ein Ziel zu überlegen. Emma unterbreitete ihm dann alljährlich einige Ideen. Kegeln, Hochseilgarten, Freizeit-Park. So etwas in der Art. Emma ging es nicht besser, als mir bei Prima-PR: Boris fand alle ihre Ideen schlecht. Und schlug schließlich selbst vor, dass wir doch Segeln gehen könnten. Das wurde dann auch gemacht.

Man muss dazu wissen, dass Boris passionierter Segler ist, der am Wochenenden gern auf dem Wasser unterwegs war. Er stammte aus Schleswig-Holstein und bediente sich gern maritimer Vokabeln, wenn er über die Agentur sprach. Er sah sich als Kapitän und uns als die Mannschaft. Gemeinsam segelten wir hart am Wind oder setzten Segel für die Kunden. „Endlich wieder Sommerfest! – Noch ein Auszug aus meinem Buch „Über Leben in der PR““ weiterlesen

Und noch ein Auszug aus meinem Buch „Public Frustration. Über Leben in der PR.“

(….) Viele PR-Menschen mögen sich selbst für „kreativ“, „crisp“ und „edgy“ halten. Das ist das Vokabular, das man sich selbst gern um den Hals hängt. Aber diese Worte sind natürlich bei den Werbern geklaut und haben wenig mit der Realität im Büro einer beliebigen PR-Agentur zu tun. Es sind Normalos, die dort arbeiten.

Die Attraktivität der PR hängt wohl damit zusammen, dass „was mit Medien“ schon immer einen enormen Appeal für Berufseinsteiger hatte. Wer vor 10, 20 Jahren in die Medienbranche wollte, ging entweder in die Werbung oder zu einer Zeitung. Doch heute liegen die Zeitungsverlagen derart am Boden, dass es für angehende Journalisten praktisch unmöglich geworden ist, eine feste Stelle zu akzeptablen Bedingungen zu finden. Das sieht man besonders deutlich in den USA: Dort arbeiten laut einer Studie heute fünfmal so viele Menschen in der PR wie im Journalismus (Quelle: Meedia, 20. August). „Und noch ein Auszug aus meinem Buch „Public Frustration. Über Leben in der PR.““ weiterlesen